Sahara-Tour in Marrakesh

Hallo ihr Lieben, 

Ein Traum wird wahr...

Die Fahrt ist lang und wir fuhren stundenlang durch die marokkanische Halbwüste. Bei der wundervollen Natur bin sofort hin und weg. Die Straße zieht sich schnurgerade durch das Nichts von Marokko – eine Einöde aus Steinen und verdörrten Grasbüscheln. Ab und zu sind wir an tollen kleinen Oasen vorbeigefahren und am letzten Stopp vor der Erg Chebbi machten wir Rast. Wir stockten noch einmal unsere Wasservorräte auf und fuhren weiter. Nach stundenlangem Fahren erblickten wir dann endlich am Ende der langen Straße, am Horizont, die gelben Sandberge der marokkanischen Wüste. Unbeschreiblich schön!!

In unserem Marrakesh Urlaub ist endlich ein Traum wahr geworden – wir haben eine Nacht in der Sahara verbracht.

Schon lange hatte ich den Wunsch, den Sand der Sahara unter meinen Füßen zu spüren. Wer einen Trip nach Marrakesh plant und denselben Wunsch hat wie ich, hat dort die Gelegenheit. von Marrakesh aus sind es ca. 11 Stunden Fahrt mit Zwischenstopps, bis man endlich in der Sahara ankommt. Da ich schon immer mal dort hin wollte, stand dieser Ausflug von Anfang an fest. Dieses wunderschöne Naturwunder wollte ich nicht verpassen. 

Welche Sahara Tour gibt es?

Die Auswahl ist groß und so machte ich mich ans recherchieren. Von Marrakesh aus gibt es unterschiedliche Arten von Touren. Eine 2-Tages-Tour und eine 3-Tages-Tour. Bei der zweitägigen Tour erreicht man nur eine Steinwüste, das sollte man unbedingt wissen, bevor man sich für diese Tour entscheidet. Ich wollte aber auf jeden Fall die Sanddünen sehen – also buchten wir die 3-Tages-Tour. Freunde von uns haben diese Tour auf eigene Faust mit dem Mietwagen unternommen und waren begeistert. Beide Touren haben Vor- und Nachteile und mit dem Mietwagen kann man natürlich seine Zeit und Route selbst einteilen, doch ich wollte mich jetzt einmal um nichts kümmern, deshalb entschieden wir uns für die geführte Tour. Hier muss man sich zwar nach der Gruppe und dem Guide richten, kommt aber günstiger weg. 

Prinzipiell sind alle Touren gleich aufgebaut und haben wenn Überhaupt nur sehr wenig Unterschiede. 

Reiseverlauf unserer Marrakesh-Sahara-Tour

Abreise ist zwischen 7:30 und 8:00 Uhr, meist vom zentralen Sammelpunkt Djemaa El Fna in Marrakesh City. Die Gruppengröße beträgt meistens ca. 14 Personen, was je von Saison unterschiedlich sein kann. Die Fahrt im Kleinbus kann also beginnen.

Welchen Touranbieter wir gebucht haben, mein Fazit und die Kosten berichte ich euch am Ende des Beitrags.

 

1. Tag: Von Marrakesh ins Dades-Tal über Kasbah Ait Ben Haddou und Quarzazate

Auf dem Weg in die Sahara gibt es einige tolle Sehenswürdigkeiten, die wir auf unserer Tour durch das Atlas Gebirge auch besichtigt haben. Ich war ziemlich froh, dass wir dadurch alle 2 Stunden gehalten haben, denn für Reisekranke kann die Fahrt ein wenig turbulent sein. Die Strecke ist sehr kurvenreich und war grenzwertig für meinen Magen. Meine Reisetabletten waren meine Retter. 

Sehenswürdigkeiten im Atlas Gebirge

Ait Ben Haddou – eine Wüstenstadt aus Lehm

Ait Ben Haddou ist so, als ob man durch eine riesige Sandburg läuft. Das alte Städtchen ist ziemlich alt und die Lehmwände der kleinen Häuser sind mehr als 400 Jahre alt. Total faszinierend – denn man bedenkt das beim nächsten Wüstenregen alles in sich zusammenfallen könnte ist das schon ziemlich aufregend. Diese kleine Lehmbausiedlung liegt südlich von Marrakesh und ist eine der am besten erhaltenden Siedlung Marokkos. Ait Ben Haddou steht seit 1987 auf der Liste der UNESCO-Weltkulurerben. 

Von Marrakesh fährt man ca. 200 Kilometer und die 4.000m hohen Berge des Atlas-Gebirge bilden quasi die Trennung der Wüstenstadt und Marrakesh. Auf der Fahrt dorthin ändert sich die Landschaft stetig – von grünen Hügeln zu rostbrauner Berglandschaft. 

Die Fahrt nach Ait Ben Haddou dauert ca. 3 Stunden und die Straße zu der Wüstenstadt erinnert zum Schluss eher an eine Schotterpiste als eine Straße. Endlich sind wir angekommen und ich bin total geflasht. 

In Ait Ben Haddou wurden Filme wie Gladiator, Prince of Persica, Die Mumie und auch Game of Thrones gedreht. Die Siedlung besteht aus zwei Teilen. Einem alten Dorf, dem Weltkulturerbe, und einem neuen Dorf, in dem heute alle Einwohner leben. Getrennt ist das Wüstenstädtchen durch den Fluss Asif Mellah – eine Brücke verbindet die zwei Teile. Je weiter man nach oben in die Stadt läuft, desto grandioser wird der Blick darauf. Hier wird einem sofort bewusst, wie endlos die Sahara ist. Ich finde das aufregend und spannend zugleich – morgen übernachten wir schließlich in der endlosen Wüste. Weiter geht es jetzt ins das Dades Tal und die Dades Schlucht.

Kurz hinter Quarzazate haben wir dann unser Nachtlage in einem authentischen Berber Homestay aufgeschlagen. Nach dem Frühstück ging es schon weiter in Richtung Wüste. Die Unterkunft und das Essen waren wunderbar.

Wer eine Tour in die Sahara auf sich nimmt muss wissen, dass man viel zeit im Bus verbringt. Das ist zwar erstmal viel, doch vielleicht kommst du der Sahara sonst niemals so nah – jetzt bist du schließlich hier und willst sie sehen. Dennoch sind es mind. 8 Stunden reine Fahrtzeit, bei uns waren es am ersten und am zweiten Tag jeweils 4-5 Stunden reine Fahrtzeit. Die Rückfahrt mit Kaffee und Essenspausen ca. 11 Stunden bis wir wieder im Riad in Marrakesh ankamen. Ich würde es immer wieder machen und es LOHNT SICH AUF JEDEN FALL! Das war unser Berber Homestay:

2. Tag: Weiter in Richtung Wüste Merzouga – Erg Chebbi über 1001 Kasbah Roads und Tinghir

Heute geht es mit dem Bus weiter mit durch die Palmenhaine der Wüste von Skoura. Bei einem Glas Minztee haben uns die Berger die Kunst des Teppichwebens gezeigt und unaufdringlich das Angebot unterbreitet, dass wir auch gerne welche kaufen können. Während der Busfahrt haben wir immer wieder gespannt nach außen geblickt um die ersten Sanddünen erhaschen zu können. Um 16:30 Uhr war es dann endlich soweit! Wir waren am Rand der Sahara angekommen. 

Wie immer, reisten wir auch diesen Urlaub mit nur einem 8kg Handgepäckruchsack und hatten zusätzlich noch einen kleinen Rucksack dabei für die Kamera. Wir dachten es wäre kein Problem, das wenige Gepäck mit in die Wüste nehmen zu können. Es war nun schon kurz vor 5 und der Sonnenuntergang wartete schließlich nicht auf uns, weshalb es nun schnell gehen musste. Der Guide kam zu uns und meinte, wir müssen nun schnell alles einpacken, was wir für eine Nacht benötigten. Gefühlt hatten wir dafür 30 Sekunden Zeit und im ersten Moment war ich etwas überrascht und fand es nicht ganz so toll, denn ich wusste gar nicht, was ich denn wirklich brauchte und wie kalt es in der Nacht werden würde. Wir schnappten uns schnell unser Fotoequipment (das war in diesem Moment selbstverständlich das Wichtigste :)), Waschzeug und Wechselklamotten. Die warmen Sachen hatten im kleinen Rucksack gar keinen Platz mehr und ich hoffte nur, dass es nicht ganz so kalt werden würde. 

Reiten auf dem Dromedar

Da ich ja selbst nicht Größte bin, habe ich auch das kleinste Dromedar bekommen. Das Gute daran war, dass ich die Karawane anführen durfte und somit perfekten Blick auf die Sahara hatte. 1 Stunde ging der Ritt durch die Sanddünen und ich fand es wirklich fabelhaft. 

 

In einer Hand das Handy, in der anderen Hand die Kamera – keine Hosentasche. Ja richtig, ich hatte also keine Hand mehr frei um mich festzuhalten. Das war vielleicht abenteuerlich – ich dachte jeden Moment ich falle! Nach kurzer Orientierungsphase schaffte ich es, scharfe Fotos hinzubekommen und nichts fallen zu lassen. So ein Dromedar-Ritt ist ganz schon wackelig sag ich euch. Da hatte ich ganz schön Glück und bin selbst auch nicht gefallen und heile geblieben. Für das nächste Mal würde ich definitiv eine Bauchtasche, Handyumhängeband oder Hosentasche mitnehmen. 

Dromedar Sahara

1001 Nacht – eine Nacht in der marokkanischen Sahara

Es gibt zwei Varianten von Zelten – Glamour und normal. Wir hatten ein normales Zelt gebucht. Eventuell würde ich das nächste Mal das Glamour Zelt nehmen und auch empfehlen. Die Zelte sind für 2×2 Personen ausgerichten, hat einen kleinen Eingangsbereich von dem aus jeder in sein Abteil geht. Nächtliche Geräusche und Gespräche des Nachbarn schotten die dünnen Stoffwände natürlich nicht ab. Das Zelt war sehr sauber, das Bett bequem und für die kurze Nacht bis zum Sonnenaufgang ausreichend. Duschen gibt es aber nur im Glamour Zelt. Und so sieht die Zeltlandschaft aus:

Zwischen dem Kamelritt und dem Abendessen hatten wir noch Zeit für Fotos in den Sanddünen. Der Himmel war zwar leider komplett bedeckt und der Sand wehte wild im leichten Sandsturm, sodass wir leider keine Sonnenuntergangsfotos oder Bilder der Milchstraße machen konnten. Auch den Sonnenaufgang konnten wir nicht gut sehen. Aber das war nicht sooo schlimm, es war trotzdem wunderschön und es sind einige Fotos entstanden.

Gegessen wurde dann am Essenszelt unter freiem Himmel. Es waren sicher 50 Personen von den umliegenden Zeltlandschaften, die zusammen Suppe und Hühnchen-Tajine mit Gemüse gegessen haben. Danach haben wir die letzte Stunde noch am Lagerfeuer mit Gesang und Tanz ausklingen lassen. Ein sehr gelungenes Programm!

Kefta Tajine

Jeder konnte dann frei entscheiden, ob er den Sonnenaufgang sehen möchte oder nicht und musste selbstständig aufstehen und sich eine Düne suchen. Man sollte nur nicht all zu weit und vor allem nicht aus der Sichtweite der Zelte wandern, den man verirrt sich sehr schnell. Ist man in Mitten der Dünen sieht alles gleich aus und deine Fußspuren sind innerhalb von 5-10 Minuten verweht.

Nach dem Sonnenaufgang wurde am Essenzelt Minztee, Kaffee und einfaches Frühstück gerreicht. Glücklicherweise hatte ich genug Proviant dabei, so dass ich einen Muffin und Bagel mit Frischkäse und Oliven essen könnte. Sonst wäre es mit LowCarb nichts geworden.

Generell war meine Proviantration optimal für die ersten Tage im Flieger und der Sahara Tour denn on the Road hatte ich sonst nicht viele Möglichkeiten. Mittagessen und Abendessen gestalteten sich aber leicht, Tajines mit Fleisch und Gemüse sind alle samt super lecker und LowCarb. Der Bericht über LowCarb und Essen in Marrakesh folgt aber bald mit mehr Details.

Wie kalt ist es Nachts in der Wüste?

Ich hatte oft gelesen, dass es schon sehr kalt werden kann und einige gefroren haben. Da kommt es einfach auf das Wetter und die Jahreszeit an. Bei uns war es in der letzten Mai Woche gar nicht kalt in der Wüste, obwohl wir einen leichten Sandsturm und ein paar Regentropfen nachts hatten konnten wir im T-Shirt am Lagefeuer sitzen.

…zum Glück, denn meine warmen Sachen, waren ja auch im anderen Gepäck 😉

Mein Sahara-Fazit

Kosten

Die Tour hat unser Hotel gebucht und der Anbieter war Snoubi Travelling Marrakesh: www.snoubitravelling.com

Über Hotel haben wir noch Rabatt bekommen und somit 80€ pro Person  bezahlt

Inklusive:

  • Transfer
  • 2x Frühstück
  • 2x Abendessen
  • 1 Übernachtung im Berber Homestay
  • 1 Übernachtung im Zelt in der Wüste
  • 1 Stunde Dromedarreiten im Sonnenuntergang

Nicht inklusive waren Mittagessen, Getränke, Souvenirs und Trinkgelder. Also Preis-Leistung war unschlagbar. Aber der Aufpreis für das Glamour Zelt mit Dusche ist eine Überlegung wert!

Generell war die Zeit immer eng bemessen. Gerade in der Sahara hätte ich gerne mehr Zeit gehabt oder wäre gerne tiefer hinein gegangen. Aber dann hätten wir einfach noch einen Tag dran hängen müssen und wenn man ehrlich ist, sehen die Sanddünen trotzdem gleich aus. So war es optimal kalkuliert. Keine langen Warte- oder Pausenzeiten und wir konnten alle Sehenswürdigkeiten auf der Route besichtigen.

Der Fahrer, der Bus und die Unterkünfte waren, gerade für den Preis, wunderbar. Etwas mehr Kommunikation wie der genaue Ablauf ist hätte sicher nicht geschadet, aber das nächste Mal Frage ich einfach mehr nach.

Habt ihr schon einmal eine Nacht in der Wüste verbracht? Welche Wüsten habt ihr schon gesehen? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, ich bin gespannt was ihr berichtet!

Sei gespannt wie die restliche Marocco Reise war, den Bericht schreibe ich gleich als Nächstes!

Willst du wissen wie man nur mit Handgepäck reist? Meinen Bericht dazu findest du in meinem Beitrag „Reisen mit Handgepäck“.

Liebe Grüße, 

eure Jasmin

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2 Kommentare
Viviane

5. Juni 2019 @ 11:16

Hallo Jasmin,
ich kann da die Reise mit http://www.sandfisch.de empfehlen.
Da geht es in die tunesische Sahara. Und man ist ein oder zwei Wochen in der Wüste unterwegs. Schlafen kann man im 1000Sterne-Zelt, d.h. unter freiem Himmel, einfach wunderbar!
Und man hat alle Zeit der Welt.
Wüste ist herrlich.
Liebe Grüße
Viviane

Jasmin

7. Juni 2019 @ 13:14

Hallo Viviane,

viiiilen lieben Dank für den Tipp! Habe mir das gerade angesehen, eine Woche in der Sahara iist natürlich mega, vorallem wenn man weiter rein geht und die Weiten sieht, wirklich ein Traum!

Liebe Grüße
Jasmin

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Von Jasmin
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